OSG-Hotspot
Bernstein
Die Vielfalt der modernen Orts(kern)belebung
Die Marktgemeinde Bernstein ist mitsamt ihren Ortsteilen Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben seit mehr als 30 Jahren eine Top-Partnergemeinde der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft. Grund genug für altbauneu, gemeinsam mit Bernsteins Bürgermeisterin, Renate Habetler, und OSG-Chef Alfred Kollar ein paar Blicke auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihrer intensiven Zusammenarbeit zu werfen.
Habetler: Die OSG hat in Bernstein bis dato insgesamt mehr als 80 Wohneinheiten errichtet. Und ein Ende der Bautätigkeit ist nicht abzusehen. So entstehen in unserer Großgemeinde aktuell mehrere attraktive Reihenhäuser, Wohnungen und Geschäftsflächen.
Kollar: Die Vielfalt, in der wir als OSG hier in Bernstein Projekte umsetzen konnten, gerade bauen und noch realisieren werden, ist bestechend. Das reicht vom Wohnbau in all seinen Facetten – vom Einfamilienbungalow über das derzeit stark nachgefragte Reihenhaus bis hin zur klassischen Neubauwohnung –, und geht über betreubares Wohnen für die ältere Generation und Menschen mit besonderen Bedürfnissen bis hin zum Ordinations-, Kommunal-, Gastronomie- und Gewerbebau.
Habetler: Wir sitzen ja hier gerade in einem Paradebeispiel einer gelungenen Umnutzung samt Verdichtung, nämlich im neuen Bernsteiner Gemeindezentrum. Wo früher ein Supermarkt stand, befindet sich nun ein im Jahr 2019 fertiggestelltes Multi-Use-Gebäude, in dem das Gemeindeamt, ein kleiner Supermarkt als Nahversorger, ein Frisör-
salon sowie – im neu errichteten Obergeschoß – sieben Wohnungen samt tollen Freiflächen untergebracht sind. Ein echtes Highlight hier ist jedoch der Bauhof, der im davor völlig ungenutzten Untergeschoß des Gemeindezentrums Platz findet (und der eigentlich schon wieder eine Erweiterung vertragen könnte).
Kollar: Dazu gibt es im Untergeschoß auch noch Garagen. Da hat sich die Frau Bürgermeister Gott sei Dank durchgesetzt, denn die wollte sie unbedingt haben.
Abgesehen davon folgen viele Bernsteiner OSG-Projekte der letzten Jahre unserem „Green Way“-Prinzip, demzufolge wir bevorzugt in gewachsenen Strukturen bauen, d. h. es findet keine Neuversiegelung des Bodens statt. Ob das das neue Ärztezentrum betrifft, das anstelle des alten Gemeindeamts errichtet wurde, oder das früher als „Hanel-Haus“ bekannte Gebäude, das in markanter Lage mitten im Zentrum das Ortsbild prägte. Heute steht dort ein architektonisch anspruchsvolles Objekt mit sieben Wohnungen, einer beliebten Café-Konditorei-Bäckerei und Officeräumlichkeiten für ein Planungsbüro. Auch hier nutzen wir die vorhandene Infrastruktur, verbauen keine unversiegelten Flächen und beleben – einer weiteren OSG-Philosophie folgend – den Orstkern.
Habetler: All das geht nur, weil hier gemeinsam wirtschaftlich und zukunftsorientiert gearbeitet wird. Die OSG-Wohnungen werden zu gut zwei Drittel von Bernsteinerinnen und Bernsteinern bewohnt, das sind hochgerechnet rund 200 Menschen und damit etwa 10 Prozent unserer Gesamtbevölkerung. Bernstein wäre eine Abwanderungsgemeinde, gäbe es diese OSG-Projekte nicht.
Umso mehr freue ich mich, dass es in dieser Tonart auch weitergeht, dass vorhandene Projekte Schritt für Schritt abgeschlossen und neue entwickelt werden. Für uns als Gemeinde, aber natürlich auch für die OSG ist das eine win-win-Situation.
Kollar: Konkret befindet sich etwa der zweite Bauabschnitt bei den beliebten Reihen-häusern in der Realisierungsphase. Und das neue Gebäude am Hauptplatz, unmittelbar neben der Bäckerei Koll, wird mit fünf Wohnungen und Gewerbeflächen wieder zum Leben erweckt. Das alles ganz im Sinne der OSG-Schwerpunkte „Green Way“ und „Besser im Ortskern“. Ein wichtiger Aspekt bei all unseren Aktivitäten gilt auch der regionalen Wertschöpfung. Das bedeutet, dass wo immer es möglich ist, Planer, Bauunternehmen, Handwerker sämtlicher Gewerke und Dienstleister aus der Region beauftragt werden. Das fördert die burgenländische Wirtschaft, hält
Arbeitsplätze im Land und sichert so den Lebensstandard vieler Menschen hierzulande ab.
altbauneu bedankt sich herzlich für das interessante Gespräch.
Fotos: OSG
