"VIVIO" bedeutet Leben
Ehemaliges Büro der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft
Als die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft 2021 ihr 70-Jahr-Jubiläum feierte, stand bereits der Umzug in die neue Firmenzentrale am OSG-Platz 1 vor der Tür. Gleichbedeutend damit galt es, das bis zu diesem Zeitpunkt seit Jahrzehnten von der OSG genutzte Bürogebäude in der Rechten Bachgasse der südburgenländischen Metropole
einer adäquaten Neunutzung zuzuführen.
Da kam die Idee des Mediziners Dr. Klaus Peter Schuh und der Geschäftsführerin der Diakonie Burgenland, Pfarrerin Sieglinde Pfänder von der evangelischen Kirche A.B. in Oberwart, gerade recht: „VIVIO“, so der Name des Projekts, in dessen Mittelpunkt neuer Raum für Lebensfreude und Lebensqualität steht, wurde dem OSG-Obmann, GF KommR Dr. Alfred Kollar, ans Herz gelegt. Und der nahm die Initiative sogleich begeistert auf, um sie, seinem Naturell entsprechend, rasch und professionell in die Tat umzusetzen. Das Ergebnis – nach einer kompakten Bauphase von rund einem Jahr im Jänner 2024 eröffnet – kann sich sehen lassen.
Wohnungen für Menschen ab 60 Jahren
Architekt Martin Schwartz zeichnet für die Pläne von VIVIO verantwortlich. Das Bauvorhaben umfasste 23 Wohneinheiten auf drei Etagen mit Wohnungsgrößen von 30 bis 60 m2. Sie ermöglichen Menschen ab einem Alter von 60 Jahren, die sich nicht nur auf das Älterwerden konzentrieren, sondern noch einen neuen Lebensabschnitt in Angriff nehmen möchten, ihr Wohnbedürfnis zu befriedigen.
„Was einst als Arbeitsplatz für mehr als 70 Mitarbeiter der OSG diente, hat sich heute
zu einem architektonischen Highlight im Herzen Oberwarts entwickelt“
Alfred KOLLAR
Damit allerdings noch nicht genug: VIVIO beherbergt mit dem VIVIO-Treff nämlich auch ein Café, in dem soziale Kontakte und Geselligkeit groß geschrieben werden. Darüber hinaus ist ein rund 200 m2 großer Bewegungspark mit Grünanlagen samt schönen, großen Bäumen, auf die in der Planungs- und Errichtungsphase besondere Rücksicht genommen wurde – Stichwort: OSG Green Way – Teil des Projekts. So wird der Name VIVIO, zu Deutsch Leben, zum Programm.
Vorbildliche Umsetzung
Ein Um- und Nachnutzungsprojekt wie VIVIO stellt immer auch eine Herausforderung für die an der Umsetzung Beteiligten dar. So galt es, die ehemalige OSG-Zentrale, ein Gebäude in massiver Ziegelbauweise, hinsichtlich zeitgemäßer Parameter zu evaluieren, wo nötig Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten zu realisieren, die Gebäude-, Haus- und Energietechnik zu modernisieren und so „kühle“ Büroräumlichkeiten in gemütliche und lebenswerte Wohnungen zu verwandeln.
Die Maßnahmen betrafen sämtliche Bereiche des Gebäudes – von der Fassade über die Raumaufteilung bis hin zur Etablierung von Freiräumen und natürlich die Erneuerung der gesamten Inneneinrichtung.
Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass jede der 23 Mietwohnungen über eine fixfertig eingerichtete Küche verfügt, genauso wie über ein barrierefreies Badezimmer und eine einheitliche Beleuchtung.
Apropos Küche: Wer nicht einsam und allein in seiner Wohnung kochen will, der kann sich in der Gemeinschaftsküche ans Werk machen, die allen Bewohnerinnen und Bewohnern von VIVIO zur Verfügung steht.
Von VIVIO profitiert auch die Öffentlichkeit, sprich alljene, die nicht hier wohnen, denn zum Beispiel das Café, der Vivio-Treff, steht allen offen, die Kontakt zur Gemeinschaft suchen. Auch der gemütliche Terrassenbereich lädt im Sommer dazu ein, einfach einmal „vorbeizuschauen“.
„Soziale Teilhabe zu finden, ist Sinn dieses Projekts. Hier kümmert man sich gerne um einander
und jeder weiß voneinander – nicht, weil man muss, sondern weil man will.“
Sieglinde Pfänder
Klaus Peter Schuh
Nur wer das ehemalige OSG-Gebäude sehr oft frequentierte, erkennt die nur teilweise verbliebenen Strukturen der früheren Büronutzung wieder. Ein Umstand, der OSG-Chef Alfred Kollar reminiszieren lässt: „Hier sind zu OSG-Zeiten viele gute und kreative Ideen geboren und in der Folge auch umgesetzt worden. Ich erinnere mich gerne an für mich viele wunderbare Jahre an diesem Ort zurück und wünsche genau solche auch den Betreibern sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern des neuen Hauses.“
Nachhaltig und umweltbewusst
Steht VIVIO also für eine weitestgehend solidarische Wohngemeinschaft, so steht der OSG Green Way für ein nachhaltiges, umweltbewusstes Bauen. Das gilt auch für dieses Projekt, für das kein zusätzliches Bauland versiegelt werden musste! Aus- und umgebaut wurde in einer gewachsenen Struktur unter Wahrung der Grünflächen, die sogar um große Teile der ehemaligen Parkplätze erweitert werden konnten. Zu diesem Umstand passt auch die Tatsache, dass der individuellen Mobilität der Mieterinnen und Mieter durchaus Beachtung geschenkt wird, beispielsweise durch die Etablierung eines Car-Sharing-Angebots, das diese Altersgruppe anspricht.
Nachhaltig ist auch das Energiekonzept, das hier zur Umsetzung gelangte. Beheizt wird die gesamte Anlage nämlich mit Fernwärme, während der Strom mittels einer Photovoltaik-Anlage am Dach des Hauses erzeugt wird.
Fotos: OSG
Projektpartner VIVIO Oberwart
Bauträger: OSG Oberwarter Siedlungsgenossenschaft
Planung: EPICON Energy GmbH
