Liszt-Zentrum Raiding
Kultur-Hotspot des Mittelburgenlands

 

Im sogenannten „Blaufränkischland“  zählt die Marktgemeinde Raiding mit ihren nicht ganz 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zu den Kommunen mit den „klingendsten“ Namen – und das weit über die Grenzen des Mittelburgenlands hinaus. Verantwortlich dafür zeichnet ein Künstler, der mit seiner Musik und seinen Kompositionen Weltruhm erlangte – Franz „Ferencz“ Liszt (geboren am 22. Oktober 1811 in Raiding, verstorben am 31. Juli 1886 in Bayreuth, Deutschland).

 

Lisztzentrum Raiding

 

Das Geburtshaus des berühmtesten Sohnes Raidings ist seit 1911, also seit dem 100. Geburtstag Liszts, Anziehungspunkt für Musikliebhaberinnen und -liebhaber aus aller Welt. Seit 2006 bildet es gemeinsam mit dem damals in unmittelbarer Nachbarschaft errichteten Konzertsaal das Lisztzentrum Raiding. 

Dieses Gebäude-Duett wurde in den vergangenen zwei Jahren mit der Errichtung eines modernen Zubaus zum Trio. Entworfen wurde der Zubau von Architekt DI Anton Mayerhofer aus dem benachbarten Neckenmarkt, der seine Heimatregion aus architektonischer Sicht wie kaum ein Zweiter kennt und der somit auf die Gegebenheiten vor Ort sowie auf die Vorstellungen, Vorbehalte und Bedürfnisse der hierorts ansäßigen Bevölkerung eingehen kann.     

 

Liszt-Geburtshaus

 

Das Liszt-Geburtshaus ist seit mehr als 110 Jahren so etwas wie eine Pilgerstätte. Entsprechend wert- und bedeutungsvoll ist es, dieses Gebäude und die darin befindlichen Exponate nicht nur zu erhalten, sondern sie immer wieder fachmännisch zu sanieren. Das passiert in unregelmäßigen Abständen seit 1949, als u. a. die originale Dachdeckung aus Schindeln rekonstruiert wurde, wie die regionale Presse damals zu berichten wusste

(BF Burgenländische Freiheit, Ausgabe 13/1949).

 

Das Liszt-Geburtshaus war Teil eines Meierhofs aus dem 16. Jahrhundert. Vom zentralen Edelhof ausgehend, blieb lediglich der drei Zimmer umfassende Gartentrakt als Teil des ursprünglichen Wohnbereichs bestehen.  

Im Rahmen der aktuellen Sanierungsarbeiten stießen Restauratoren auf einen Teil der originalen Wandmalerei, der nun – nach fachmännischer Sicherung und Rekonstruktion – eine zusätzliche Sehenswürdigkeit im Ensemble des Liszt-Zentrums Raiding darstellt. 

 

Moderner Zubau

 

Zu- und Umbauten zu bestehenden Kulturgütern zu entwerfen, ist für Architekt Mayerhofer nichts Neues. Einerseits pragmatisch und mit einer gewissen Kompromissfähigkeit, andererseits mit viel  Fachwissen und Gefühl sowie der nötigen Sensibilität für das historische Umfeld ging er bereits bei ähnlichen Projekten – z. B. der Synagoge

Kobersdorf, dem Carl Goldmark-Gedenkhaus in Deutschkreutz, sakralen Bauwerken in Neckenmarkt und Großhöflein – ans Werk. Und so nahm er auch die Planung des Erweiterungsbaus zum Lisztzentrum in Angriff. Mayerhofer: „Es war mir von Haus aus wichtig, die großen Bäume im parkähnlichen Garten des Geländes zu erhalten. Daraus hat sich ergeben, dass der Zubau nicht direkt an das Geburtshaus anschließen konnte, sondern an den Konzertsaal andocken musste. Trotz beengter Platzverhältnisse ist es gelungen, einen Innenhof mit großzügigem Ambiente zu schaffen. Dabei war auch die Wegeführung ein Thema, denn schließlich sollte man den Eingang zum Zubau, in dem u. a. das Ticketing untergebracht ist, leicht finden. Dementsprechend zurückgenommen präsentiert sich die Fassade mit ihren verglasten Fronten und den Holzlamellen. Letztere bilden einen außenliegenden Fluchtweg und gewährleisten darüber hinaus eine Belichtung der Innenräume aus natürlichen Quellen. Der Fluchtweg ist auch für logistische Zwecke nutzbar, finden sich im Zubau doch unterschiedlichste Räumlichkeiten, darunter  neue Ausstellungsflächen für das Liszt-Museum, ein unterirdischer Multifunktionsraum für bis zu 80 Personen, Lager- und Cateringbereiche. Wie eingangs bereits erwähnt, verantwortet Architekt DI Mayerhofer die Entwurfsplanung, kam jedoch nicht umhin, sich auch in der Ausführungsphase detailliert einzubringen. 

Mit dem neuen Zubau, der von den Landesimmobilien Burgenland (LIB) als Bauherr errichtet wurde, entstand auf einer Gesamtnutzfläche im Ausmaß von 720 m² schlussendlich ein inspirierender Ort der Begegnung, des Lernens und des kreativen Erlebens.  

Claudia Priber, Geschäftsführerin der Kultur-Betriebe Burgenland, betont: „Das Liszt-Zentrum mit dem neugestalteten Liszt-Museum ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie kulturelles Erbe zeitgemäß präsentiert und für ein breites Publikum erlebbar gemacht werden kann. Es ist ein Ort, der inspiriert, verbindet und Lust auf kulturelle Entdeckungen macht. Die Investitionssumme beträgt rund 6,1 Millionen Euro, wobei zum größten Teil regional ansäßige Betriebe beauftragt wurden.“ 

 

Liszt-Konzertsaal optimiert

 

Im Zuge der umfangreichen Sanierungs- und Neubauarbeiten erfuhr auch der 2006 errichtete Liszt-Konzertsaal eine Adaptierung, beispielsweise in Form einer leistungsstarken Lüftungsanlage, die in den nunmehr verbundenen Teilen Konzertsaal und Zubau ein optimales Raumklima gewährleistet. Der Konzertsaal erhielt darüber hinaus ein neues Dach mit Photovoltaikanlage und eine neue Fassade.

      

Ausstellung neu organisiert

 

Unter dem Titel „Le Concert c‘est moi“ bespielt Ausstellungsgestalter Christof Cremer sowohl das Liszt-Geburtshaus als auch 250 neue Quadratmeter an Ausstellungsfläche im Zubau. 

Das Lisztzentrum Raiding ist somit insgesamt weit mehr als bloß ein Ort des Erinnerns – es ist einlebendiger Motor kultureller Entwicklung einer ganzen Region.       

Fotos, Bilddaten: Landesimmobilien Burgenland / © Andreas Hafenscher; Arch. DI Anton Mayerhofer

Projektpartner Liszt-Zentrum Raiding

 

Bauherr: LIB Landesimmobilien Burgenland

 

Entwurfsplanung / Architektur: Arch. DI Anton Mayerhofer ZT GmbH

Baustoffe: baumit.at

 

DIE SCHREIBMEISTER OG • A-2491 Neufeld an der Leitha • Lisztgasse 2                  www.altbauneu.at


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